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Ist es besser, einen Übersetzer einzusetzen, der im Land der Ausgangs- oder der Zielsprache lebt?

Dies ist ein Thema, das von Projektmanagern in Übersetzungsunternehmen, Übersetzungsabteilungen großer Unternehmen oder allgemein von jedem, der Übersetzungsdienstleistungen in Anspruch nimmt, berücksichtigt werden sollte. Warum?

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass es am wichtigsten ist, mit einem Übersetzer zusammenzuarbeiten, der Muttersprachler der Zielsprache ist, professionell arbeitet und über Erfahrung und/oder eine Ausbildung in den jeweiligen Fachgebieten verfügt, in denen er übersetzt, auch wenn dies nicht alles ist.

Ob ein Übersetzer in dem Land seiner Muttersprache oder in dem Land seiner Fremdsprache lebt, beeinflusst auch seine Sprachkenntnisse. Wie kommt dieser Einfluss zustande? Wie können Sie es zu Ihrem Gunsten nutzen?

1. Welcher Übersetzer versteht am besten?

Welcher Übersetzer versteht am besten

Von Einzelfällen abgesehen, kann man feststellen, dass Übersetzer, die im Land der Sprache leben, aus der sie übersetzen, d.h. im Land der Sprache des Ausgangstextes, eine tiefere Kenntnis der Sprache haben, aus der sie übersetzen.

Stellen Sie sich vor, Sie gingen nach England, um Englisch zu lernen, verliebten sich dort unsterblich und beschlossen, in diesen grünen und verregneten Inselländern eine Familie zu gründen.

Sie würden mit Ihren Schwiegereltern Englisch sprechen, die Nachrichten auf Englisch sehen und die Zeitung in Ihrer Fremdsprache lesen. Es gibt Übersetzer, die nach 10 Jahren tatsächlich über Sprachkenntnisse auf dem Niveau von ausgebildeten Muttersprachlern verfügen.

Es liegt auf der Hand, dass Übersetzer, die im Land der Ausgangssprache leben, mit wenigen Ausdrücken oder Texten konfrontiert werden, die sie nicht verstehen. Natürlich gibt es immer einen Tribut zu entrichten.

2. Welche Übersetzer drücken sich am besten aus?

Welche Übersetzer drücken sich am besten aus

Die gleichen Argumente, die ich angeführt habe, um zu erklären, warum der Übersetzer, der im Land seiner Fremdsprache lebt, die Ausgangssprache besser beherrscht, gelten auch für den Übersetzer, der im Land der Zielsprache lebt.

Wenn man bedenkt, dass es nur wenige Menschen gibt, die die deutsche Sprache so gut beherrschen wie Nietzsche oder Schiller selbst, kann man verstehen, dass ein Übersetzer bei der Ausübung seines Berufs nie aufhört, die Kenntnisse der eigenen Muttersprache zu vertiefen.

Übersetzer, die im Land der Zielsprache leben, haben es leichter, die beste Wortwahl zu treffen, neue Ausdrücke oder die neuesten Redewendungen zu verwenden und sich generell besser auszudrücken, wenn sie die Zielsprache aktiver als ihre Muttersprache sprechen.

3. Welche ist die beste Lösung?

Welche ist die beste Lösung

Nach dem oben aufgeführten kann man sehen, dass es für einen Übersetzer von Vorteil ist, jeweils im Land der Ziel- oder Ausgangssprache zu leben. Wie können Sie dies zu Ihrem Vorteil nutzen?

Abhängig von der Art des Textes kann es besser sein, den einen oder den anderen Übersetzer einzusetzen. Generell gilt: Wenn es sehr schwierig ist, den zu übersetzenden Text zu verstehen, ist es besser, einen Übersetzer einzusetzen, der im Ausland lebt.

Für Texte jedoch, die die Kenntnis der neuesten Neologismen erfordern und bei denen die Wortwahl wichtig ist und ein hohes und anspruchsvolles Register in der Übersetzung verwendet wird, ist ein Übersetzer, der dort lebt, wo seine Muttersprache gesprochen wird, die beste Wahl.

Die ideale Lösung ist aus meiner Sicht ein Übersetzungsprozess, wie der, der bei der ISO-Norm 17100 für Übersetzungsdienstleistungen vorgeschlagen wird.

In der Übersetzungsphase ist es am besten, mit einem Übersetzer zu arbeiten, der im Land der Ausgangssprache lebt, um so das Risiko zu minimieren, dass der Übersetzer den Ausgangstext falsch interpretiert.

Die zweite Phase, die Korrekturphase, würde dann von einem Übersetzer durchgeführt, der im Land der Zielsprache, also seiner Muttersprache, lebt und ggf. Aspekte des Ausdrucks und des Sprachgebrauchs verbessern kann.

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José Gambín

Er studierte Biowissenschaften an der Universität in Valencia und Übersetzen und Dolmetschen an der Universität in Granada. Heutzutage arbeitet er als Projektmanager, Layouter, Freiberufler und interner Übersetzer. Seit 2002 ist er Gründungspartner von AL Übersetzung wo er als Vertriebs- und Marketingdirektor tätig ist.

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