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5 Unterschiede zwischen Konferenzdolmetschen und Ferndolmetschen

Wir alle wissen, dass die Welt jeden Tag digital wird und, dass dieser Prozess immer schneller voranschreitet. Wenn es vor der Corona-Krise schon schnell ging, geht sie jetzt, in der neuen Normalität, noch viel schneller.

Der Bereich des Dolmetschens (oder der mündlichen oder gesprochenen Übersetzung) ist einer der vielen Bereiche, die von dieser neuen Realität betroffen sind und sich anpassen mussten. Lassen Sie uns diese beiden grundlegenden Formen des Dolmetschens kurz vorstellen.

Traditionelles Konferenzdolmetschen

Wenn man von traditionellem Konferenzdolmetschen spricht, bezieht man sich auf die Art des Dolmetschens, bei der die Dolmetscher an den Ort reisen, an dem eine bestimmte Konferenz stattfinden soll.

Ferndolmetschen

Im Gegensatz zu traditionellem Konferenzdolmetschen macht der Dolmetscher beim Ferndolmetschen genau dasselbe wie ein traditioneller Konferenzdolmetscher, jedoch von zu Hause aus.

Und das ist möglich? Mit der heutigen Technologie ist fast alles möglich, auch wenn man beachten muss, dass es nicht ganz dasselbe ist. Es gibt einige Aspekte, die sich beim Ferndolmetschen vom Konferenzdolmetschen vor Ort unterscheiden.

Sehen wir uns nun die 5 grundlegenden Unterschiede zwischen traditionellem Konferenzdolmetschen und Ferndolmetschen an.

1. Arbeitsplatz des Dolmetschers

Arbeitsplatz des Dolmetschers

Wie ich bereits erwähnte ist der Hauptunterschied der Arbeitsplatz des Dolmetschers. Während man beim traditionellen Konferenzdolmetschen am Ort der Konferenz arbeitet, hat man beim Ferndolmetschen zwei mögliche Arbeitsoptionen:

  • Von zu Hause aus arbeiten

Eine der zwei Arbeitsoptionen die ein Ferndolmetscher hat ist von zu Hause aus zu arbeiten. Was bedeutet das?

Dies bedeutet nichts anderes als, dass man einen guten Computer benötigt (wenn man zwei Bildschirme zur Verfügung hat ist das sogar noch besser als nur einen zu haben), ein gutes Headset und eine gute Internetverbindung.
Um eine gute Verdolmetschung zu erzielen ist es auch hilfreich in einem schalldichten Raum zu arbeiten und alle Vorkehrungen zu treffen, die dazu beitragen können, die Qualität der Verdolmetschung zu verbessern. Wenn man von zu Hause aus arbeitet, arbeitet man für gewöhnlich in Webinar-Plattformen. Es gibt zahlreiche Plattformen, wie z.B. Zoom, die ein integriertes System verwenden, das die Verdolmetschung ermöglicht.

  • Von einem Hub aus arbeiten

Wenn man von einem Hub spricht, bezieht man sich auf eine Art Büro oder Einrichtung, an das sich Dolmetscher für ihre Ferndolmetschaufträge wenden können.

Hubs sind Büros sehr ähnlich, nur dass es anstelle von Schreibtischen Dolmetscherkabinen gibt, die die Dolmetscher benutzen können.

Der einzige Unterschied zwischen einer Verdolmetschung, die von einem Hub aus erfolgt und einer die vor Ort erfolgt besteht darin, dass man seinen Sprecher durch einen Bildschirm sieht. Wie beim traditionellen Konferenzdolmetschen arbeitet der Dolmetscher auch in einem Hub in einer Dolmetscherkabine.

2. Arbeitsmittel des Dolmetschers

Arbeitsmittel des Dolmetschers

Wie erwartet, bedeutet die Arbeit an verschiedenen Orten auch Arbeit mit verschiedenen Arbeitsmitteln:

Beim traditionellen Konferenzdolmetschen arbeitet man in der Regel genauso wie beim Ferndolmetschen von einem Hub aus.

In beiden Fällen verfügt der Dolmetscher über eine schalldichte Kabine mit einer Glasscheibe an der Vorderseite, durch die er den Redner sehen kann.

schalldichte Kabine

Er arbeitet auch mit klassischen Dolmetscherkonsolen und den üblichen Geräten, die beim traditionellen Konferenzdolmetschen verwendet werden. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Ferndolmetscher ein Audio- und Videosignal des Sprechers über den Computer erhält.

Dolmetscherkonsolen

3. Logistikkosten der Verdolmetschung

Logistikkosten des Dolmetschers

Beim Ferndolmetschen reist der Dolmetscher im Gegensatz zum traditionellen Konferenzdolmetscher nicht an den Ort, an dem die Konferenz stattfindet. Und wenn der Dolmetscher nicht reisten muss, bedeutet dies, dass wir als Kunde nicht für die Reisekosten, Unterkunft, usw. aufkommen müssen.

Auf der anderen Seite hat der Dolmetscher mehr Zeit, so dass er mehr Aufträge übernehmen kann. Auf diese Weise profitieren sowohl der Kunde als auch der Dolmetscher.

Auch die Verwaltung wird dadurch vereinfacht. Es ist viel einfacher, in Norwegen einen Dolmetscher in der Sprachkombination Englisch-Norwegisch zu finden als in Deutschland zum Beispiel.

4. Technischer Dienst während der Verdolmetschung

Technischer Dienst des Dolmetschers

Ein weiterer Bereich, in dem sich das traditionelle Konferenzdolmetschen vom Ferndolmetschen unterscheidet, ist der technische Dienst.

Bei Konferenzen die vor Ort verdolmetscht werden, wird immer ein technisches Team zur Verfügung gestellt, das alle auftretenden Probleme sofort lösen kann.

Beim Ferndolmetschen und insbesondere wenn der Dolmetscher von zu Hause aus arbeitet, ist es schwieriger, Verbindungsprobleme, usw. zu lösen, selbst wenn man über ein technische Team verfügt, was oft nicht der Fall ist.

5. CO2-Bilanz des Konferenzdolmetschers und des Ferndolmetschers

CO2-Bilanz des Konferenzdolmetschers und des Ferndolmetschers

Dieser Punkt hat viel mit dem dem Punkt der Logistikkosten zu tun. Es geht um die CO2-Bilanz von Konferenzdolmetschern. Wie Sie bereits wissen, ermöglicht die CO2-Bilanz, die Menge der Treibhausgase zu ermitteln, die von einer Veranstaltung, einem Unternehmen, einer Person, usw. ausgestoßen werden.

Beim traditionellen Konferenzdolmetschen muss der Dolmetscher oftmals reisen. Dies bedeutet, dass viel mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als beim Ferndolmetschen.

Daher trägt das Ferndolmetschen mehr zum Erhalt des Planeten bei als das traditionelle Konferenzdolmetschen.

Wenn Sie etwas mehr über das Ferndolmetschen erfahren wollen, empfehle ich Ihnen unseren Blog: „Die Herausforderung des Ferndolmetschens“.

Wir haben deutlich gemacht, welche Unterschiede es zwischen traditionellem Konferenzdolmetschen und Ferndolmetschen gibt. Die Tatsache, dass Dolmetscher nicht unbedingt reisen müssen, ist die Grundlage auf der diese Unterschiede basieren.

Je nach dem welche Bedürfnisse, Infrastruktur und Budget man hat, kann man sich für die Art des Dolmetschen entscheiden, die an besten zu einem passt.

 

 

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Sonja Honke

Sonja Honke hat einen Bachelor-Abschluss in Übersetzen und Dolmetschen von der Universitat Autònoma de Barcelona und einen Master-Abschluss in Konferenzdolmetschen von der Universitat de Granada. Sie ist deutsche Staatsbürgerin, spricht außerdem Spanisch und Katalanisch als Muttersprache und verfügt über ein hohes Niveau in Französisch und Englisch. Sie ist Projektmanagerin mit einer besonderen Leidenschaft für mehrsprachige Kommunikation und kulturelle Vielfalt.

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