|
|

Mehrsprachige UDI und EUDAMED: Einreichungen 2026 sicher meistern

Veröffentlicht am: 16/03/2026
8 Min.

EUDAMED ist die europäische Datenbank, die zentrale Informationen über Medizinprodukte in einem Umfeld vereint, das für die Nutzung auf EU-Ebene konzipiert ist (offizielle Internetseite von EUDAMED). In diesem Rahmen ist die einmalige Produktkennung (UDI) ein Pfeiler der Identifizierung und Rückverfolgbarkeit (EU-Seite zur UDI), den Hersteller häufig mehrsprachig verwalten müssen.

Wichtig: Die ersten EUDAMED-Module, darunter auch das Modul einmalige Produktkennung (UDI) und Produktregistrierung, müssen ab dem 28. Mai 2026 verpflichtend verwendet werden (Ankündigung der Europäischen Kommission). Für den Kontext und die verbundenen Auswirkungen lesen Sie unseren Artikel: EUDAMED wird 2026 verpflichtend.

[TOC]

Mehrsprachige UDI-Einreichungen in EUDAMED: Was dahintersteckt

Mehrsprachigkeit bedeutet nicht, die ganze Datenbank zu übersetzen. Es geht darum, bestimmte Bereiche vorzubereiten (oft in Zusammenhang mit dem Verständnis des Anwenders und länderspezifischen Anforderungen), sie mit Ihrer Kennzeichnung und Ihren IFU abzustimmen und dann sprachübergreifend konsistent einzureichen.

Die Empfehlung der Medical Device Coordination Group (MDCG) zu den Sprachen präzisiert, dass in den UDI-Kerndaten (Anhang VI) nur wenige Felder als Freitext erwartet werden: zusätzliche Produktbeschreibung (optional), Lager- und Handhabungsbedingungenund kritische Warnhinweise oder Kontraindikationen. Sie nennt auch einen operativen Ansatz: Englisch und die Sprachen der Mitgliedstaaten anbieten, in denen das Produkt bereitgestellt wird (MDCG 2018-7: languages in the UDI database).

Parallel dazu zeigt der UDI/Devices-Leitfaden (in der französischen Zulassungsbehörde ANSM verbreiteten Version), dass das Tool sprachspezifische Eingaben vorsieht – etwa das Hinzufügen eines Handelsnamens in einer anderen Sprache – und in bestimmten Fällen mehrsprachige Beschreibungen verlangt (z. B. bei den Werten „Other/Andere“ für Warnhinweise oder Bedingungen) (UDI/Devices-Benutzerhandbuch (PDF)).

Mehrsprachige Inhalte vor der Dateneingabe vorbereiten: die Methode in 5 Schritten

1) Ihre Sprachenmatrix (und Ihre Hauptsprache) festlegen

Listen Sie zunächst die Länder auf, in denen das Produkt bereitgestellt wird. Diese Liste bestimmt Ihre Zielsprachen. In vielen Organisationen dient Englisch als Hauptsprache, auch wenn die Dokumentationsbasis z. B. auf Deutsch ist.

Klären Sie von Anfang an, wer was validiert: Regulatory und Clinical Affairs, Qualitätsmanagement, Produktverantwortliche. So werden kurzfristige Abstimmungsschleifen bei sensiblen Feldern vermieden – insbesondere bei Warnhinweisen und Kontraindikationen.

2) Strukturierte und sprachliche Daten trennen

Codes, Wertelisten und Kennungen werden nicht „übersetzt“. Umgekehrt erfordern Freitextfelder ein rigoroses Sprachmanagement. Beides zu vermischen erzeugt Validierungsfehler und systemübergreifende Inkonsistenzen.

Diese Trennung erleichtert auch die Automatisierung (Exporte, XML, M2M-Flows) und die Korrektur: Nach Berichtigung der Matrix kann die Einreichung neu generiert werden.

3) Freitextfelder standardisieren (weniger Varianten = weniger Risiken)

Für Lager- und Handhabungsbedingungen und kritische Warnhinweise oder Kontraindikationensind eindeutige Formulierungen das Ziel – kein Marketing-Stil. Vermeiden Sie Paraphrasen von einer Sprache in die andere: Sie erschweren die Korrektur und erhöhen das Risiko von Abweichungen gegenüber den IFU.

Berücksichtigen Sie auch die Fälle mit „Other/Andere“: Der UDI/Devices-Leitfaden weist darauf hin, dass bei der Auswahl von „Other/Andere" für bestimmte Attribute Beschreibungen in mehreren Sprachen erforderlich sein können (siehe UDI/Devices-Leitfaden).

4) Mehrsprachige Qualitätskontrolle vor der Einreichung

Eine wirksame Kontrolle kombiniert: (1) Datenprüfung (Formate, Vollständigkeit), (2) fachsprachlicher Check (Terminologie und Bedeutung), (3) Prüfung der Übereinstimmung mit der Kennzeichnung/Gebrauchsanweisung. Dieser dreifache Filter reduziert die Korrekturschleifen erheblich.

Um Ihnen zu helfen Praxisfälle vorwegzunehmen, veröffentlicht die EUDAMED-Hilfeplattform auch FAQs (EUDAMED-FAQ).

5) Fehlerrückmeldungen verwalten – ohne Beeinträchtigung der sprachübergreifenden Konsistenz

In toolgestützten Prozessen kann die Generierung einer Einreichung Fehlerberichte erzeugen und vor einer neuen Einreichung eine Korrektur in den Quelldaten erfordern.

Die goldene Regel für mehrsprachige Inhalte: gebündelt korrigieren, nicht Sprache für Sprache. Andernfalls können schwer zu erkennende sprachübergreifende Inkonsistenzen entstehen.

Häufige Fehler bei mehrsprachigen EUDAMED-Inhalten (und wie man sie vermeidet)

Inkonsistenzen zwischen EUDAMED, Kennzeichnung und IFU

Der Handelsname, die Beschreibungen und bestimmte Warnhinweise müssen über alle Unterlagen hinweg kohärent sein. Allerdings erlaubt es EUDAMED verschiedene Versionen pro Sprache hinzuzufügen: Ohne terminologisches Referenzsystem gibt es also endlos viele Varianten.

Lösung: validiertes mehrsprachiges Glossar + Mustersätze für sensible Freitextfelder und dann strikte Wiederverwendung dieser Formulierungen.

Unzureichendes Sprachmanagement (falsches Feld, falscher Sprachcode, Copy-paste)

Ein häufiger Fehler besteht darin, eine Sprache “auf später zu vertagen“, englischen Text zu kopieren oder Inhalte ins falsche Feld einzugeben. Das Problem wird sichtbar, wenn Korrekturleser die Sprachversionen vergleichen oder wenn die Information vor Ort verstanden werden muss.

Lösung: Sprachenmatrix, Vollständigkeits-Checkliste und abschließende Prüfung auf inhaltliche Übereinstimmung aller Sprachversionen vor der Einreichung.

Unvorhersehbare Werte „Other/Andere“

Die Auswahl von „Other/Andere“ kann der Grund dafür sein, dass eine mehrsprachige Beschreibung hinzugefügt werden muss. Ohne Vorbereitung führt das zu Übersetzungen im Eiltempo und terminologischen Abweichungen.

Lösung: Vorbereitung einer Liste vorvalidierter „Other/Andere“-Beschreibungen nach Falltyp für alle Sprachen Ihrer Matrix

Absicherung von mehrsprachigen Einreichungen durch eine spezialisierte Agentur

Mit Blick auf Mai 2026 sieht sich die Verwaltung mehrsprachiger Inhalte zunehmend unter Druck: knappe Validierungsressourcen, enge Fristen und hohe Anforderungen an die systemübergreifende Kohärenz. Eine spezialisierte Übersetzungsagentur wie AbroadLink Translations hilft Ihnen bei der Umsetzung ohne Präzision zu verlieren: kontrollierte Terminologie, spezialisierte Überprüfung und Versionsmanagement.

Konkret bieten wir Ihnen Unterstützung bei der Übersetzung und Validierung der UDI-Freitextfelder (Lager-/Handhabungsbedingungen, Warnhinweise/Kontraindikationen), der terminologischen Harmonisierung zwischen den Sprachen und dem Abgleich mit Ihrer Dokumentation. Für weitere Informationen schauen Sie gerne in unsere Dienstleistungen zur Übersetzung von Medizinprodukten und medizinischen Fachübersetzung rein.

Fazit: Verwandlung der mehrsprachigen UDI in einen Konformitätsvorteil

Der 28. Mai 2026 markiert einen Wechsel: Die UDI/Devices-Einreichung in EUDAMED wird zu einem obligatorischen Prozess, der bei jeder Aktualisierung von Produkt, Markt und Sprache zuverlässig bleiben muss.

Für ein erfolgreiches Ergebnis müssen mehrsprachige Daten als vollwertig und regulatorisch behandelt werden. Es braucht eine definierte Sprachenmatrix, standardisierte Freitexte, festgelegte Terminologie und Qualitätskontrollen vor der Einreichung. Dieses strukturierte Vorgehen reduziert Korrekturschleifen, vermeidet Abweichungen von Kennzeichnung/IFU und verbessert die Lesbarkeit.

Wenn Sie schon jetzt vorausplanen, gewinnen Sie in zweierlei Hinsicht: weniger Korrekturen im kritischen Moment und eine konsistente EUDAMED-Basis, die Ihnen später Zeit spart. Und wenn das Arbeitsvolumen oder die Anzahl an Sprachen zunehmen, ermöglicht die Unterstützung von Spezialisten (Sprachexperten für Medizinprodukte, regulatorische Prüfungen, Terminologiemanagement) die Qualitätssicherung, ohne Ihre RA/QA-Teams auszubremsen.

Bild des Benutzers Alex Le Baut
Alex Le Baut

Mit einer Ausbildung in Marketing und internationalem Handel hat Alex schon immer eine Vorliebe für Sprachen und ein Interesse an verschiedenen Kulturen gezeigt. Ursprünglich aus der Bretagne in Frankreich stammend, lebte er in Irland und Mexiko, bevor er eine Zeit lang nach Frankreich zurückkehrte und sich schließlich dauerhaft in Spanien niederließ. Er arbeitet als Chief Growth Officer bei AbroadLink Translations.

Neuen Kommentar hinzufügen

MEDICAL_DEVICE_DE
1