Was ist ein Translation-Management-System (TMS)?

Wenn Sie auf diesem Artikel über TMS oder Übersetzungsmanagementsystemen gelandet sind, befinden Sie sich wahrscheinlich in einer dieser Situationen: Entweder verwalten Sie Übersetzungen noch mittels Kalkulationstabellen und E-Mails, oder Ihr Team wächst und Sie benötigen Ordnung, Kontrolle und Automatisierung.
Ein TMS (Translation Management System) ist eine Software, die darauf ausgelegt ist, den gesamten Lebenszyklus der Übersetzung zu zentralisieren, zu automatisieren und zu kontrollieren: von der Anforderung (von einem Kunden, einer Abteilung oder einem anderen Unternehmen der Gruppe) bis zur Veröffentlichung der übersetzten Inhalte, mit Qualitätskontrolle, Translation Memorys, Glossaren, Integrationen und Metriken.
In diesem Blog werden wir auch 6 sehr beliebte TMS genauer unter die Lupe nehmen, was nicht bedeutet, dass diese die besten auf dem Markt sind. Wahrscheinlich gibt es kein „bestes“, letztendlich geht es darum, eines zu finden, das Ihren tatsächlichen Bedürfnissen zum besten Preis entspricht.
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Worauf bezieht sich „TMS“ im Übersetzungssektor?
Im Übersetzungssektor steht TMS für „Translaiton-Management-System“ oder auch „Übersetzungsmanagementsystem“. Seine Funktion besteht darin, Personen, Inhalte und Werkzeuge zu koordinieren, um schneller, mit weniger Fehlern und größerer Konsistenz zu übersetzen.
Es ist ratsam, zwei grundlegende Konzepte zu trennen:
- CAT-Tool (Computergestützte Übersetzung): das, was der Übersetzer verwendet, um segmentweise zu arbeiten (Translation Memory, Terminologie, linguistische Qualitätskontrolle).
- TMS: die Management- und Automatisierungsschicht (Workflows, Zuweisungen, Genehmigungen, Konnektoren, Budgets, Berichte usw.).
In der Praxis kombinieren viele Übersetzungsunternehmen oder interne Übersetzungsabteilungen beide Dinge oder integrieren sie (zum Beispiel Pakete, die TMS + CAT + Automatisierung enthalten).
Was ein TMS in einem realen Workflow macht
Wenn ein TMS gut konfiguriert ist, verändert es den Alltag. Es ist nicht „nur eine weitere Software“, sondern das Rückgrat, das Inhalte, Teams und Anbieter verbindet.
1) Zentralisiert Anfragen und reduziert das Chaos
Anstatt „Wer hat die letzte Version?“ oder „Was fehlte noch zu übersetzen?“, bietet Ihnen ein TMS einen einzigen Knüpfpunkt für Projekte, Status, Verantwortlichkeiten sowie Rückverfolgbarkeit und sichtbare Termine.
Dies ist besonders nützlich, wenn Sie mit mehreren Sprachen, mehreren Teams/Anbietern und einer hohen Frequenz von Übersetzungsprojekten arbeiten.
2) Automatisiert Prozesse und vermeidet menschliche Fehler
TMS automatisieren in der Regel Aufgaben wie die Erkennung von Änderungen (es wird nur das Neue übersetzt), Vorübersetzung mit Translation Memorys, automatische Qualitätskontrollen (Tags, Variablen, Konsistenz) und die Verbindung zu maschinellen Übersetzungssystemen (z. B. DeepL oder OpenAI).
Der Schlüssel ist nicht „alles automatisiert zu machen“, sondern Workflows zu schaffen, damit der Prozess vorhersehbar, wiederholbar und kontrollierbar ist. Zum Beispiel können wir einen Workflow erstellen, der die Anforderungen der Norm ISO 17100 für Übersetzungsdienstleistungen erfüllt.
3) Verbessert die Konsistenz durch Memroys, Glossare und Kontext
Mit einem guten Translation Memory (Übersetzungsdatenabnk) und einer Terminologiedatenbank hören Sie auf, Übersetzungen „neu zu erfinden“ und halten die Konsistenz zwischen Teams, Kampagnen und Versionen. Translation Memorys ermöglichen die Wiederverwendung validierter Segmente und sparen Zeit und Kosten.
4) Integriert sich in Ihr Ökosystem
Ein modernes TMS ist in der Regel verbunden: CMS, Code-Repositories, Produkt-Tools, Ticketsysteme etc. So reduzieren Sie das Kopieren und Einfügen und bringen die Übersetzung näher an den Ort, an dem die Inhalte erstellt werden.
Cloud-TMS vs. lokale Installation: Unterschiede, Vor- und Nachteile
Die Wahl zwischen Cloud und eigener Installation ist nicht nur eine technische Entscheidung: Sie beeinflusst Kosten, Sicherheit, Bereitstellungsgeschwindigkeit und Kollaborationsfähigkeit.
Was jedes Modell bedeutet
- In der Cloud (SaaS): Sie greifen über den Browser zu; der Anbieter hostet und wartet die Plattform.
- Eigene Installation: Sie installieren das TMS auf Ihren Servern (oder einer von Ihrer Organisation kontrollierten Infrastruktur) und Ihr Team übernimmt Betrieb und Wartung.
Vor- und Nachteile des Cloud-Modells
Vorteile: schnellere Inbetriebnahme und kontinuierliche Updates; Echtzeit-Kollaboration und Zugang für verteilte Teams; Skalierbarkeit ohne Serveranpassung.
Nachteile: komplexe Integrationen oder Exporte, wenn sie nicht gut geplant sind; Anforderungen an die Einhaltung von Cybersicherheits- und Informationssystemen (überprüfen Sie die Datenverarbeitungsvereinbarung, Datenstandorte und Zugriffskontrollen).
Vor- und Nachteile des Modells mit eigener Installation
Vorteile: mehr Kontrolle über Infrastruktur, Netzwerke und interne Richtlinien; mögliche Anpassung an stark regulierte Umgebungen; Ausrichtung an Unternehmenssicherheitsanforderungen.
Nachteile: Kosten und operative Belastung (Patches, Updates, Backups); Skalierung ist oft langsamer; die Zusammenarbeit mit Externen kann kompliziert werden (VPN, Zugänge, Berechtigungen).
Sechs beliebte TMS: Geschichte, Sitz und idealer Käufer
1) MemoQ (MemoQ Translation Technologies)
- Erscheinungsjahr: 2004
- Sitz: Budapest (Ungarn)
- Kurze Geschichte: memoQ wurde von drei ungarischen Sprachtechnologen gegründet: Balázs Kis, István Lengyel und Gábor Ugray, mit der Idee, die Zusammenarbeit zwischen Übersetzern und das Management von Sprachressourcen zu verbessern. Im Jahr 2006 wurde die erste öffentliche Version von memoQ auf den Markt gebracht, zunächst als Übersetzungswerkzeug (CAT-Tool). Im Laufe der Zeit hat es sich zu einem vollständigen TMS entwickelt, das Projektmanagement, Server-Kollaboration und Workflow-Automatisierung integriert.
- Idealer Käufer: Lokalisierungsteams und Sprachdienstleister, die fortschrittliche Kontrolle über Sprachressourcen und Zusammenarbeit wünschen.
2) Phrase
- Erscheinungsjahr: 2012
- Sitz: Hamburg (Deutschland)
- Kurze Geschichte: Phrase entstand 2012 in der Hansestadt Hamburg als Plattform, die sich auf das Übersetzungsmanagement für Software und digitale Produkte konzentriert. Ursprünglich als PhraseApp bekannt, war es das Ziel, die kontinuierliche Lokalisierung von Anwendungen und Websites zu erleichtern, indem es sich direkt mit Code-Repositories und agilen Entwicklungsprozessen integrierte, die von Produkt- und Entwicklungsteams genutzt werden.
Parallel dazu wurde Memsource 2010 in Prag (Tschechische Republik) von David Canek gegründet, mit dem Ziel, ein cloud-basiertes TMS zu schaffen, das das Porjektmanagement für Unternehmen und Sprachdienstleister (LSP) vereinfacht. Memsource positionierte sich schnell als moderne Alternative zu traditionellen lokal installierten Systemen, dank seines Cloud-First-Ansatzes, seiner integrierten maschinellen Übersetzungsengine und seiner Projektautomatisierungsfähigkeiten.
Im Jahr 2021 erwarb das Unternehmen hinter Phrase Memsource, und beide Technologien wurden schrittweise in einer einzigen Plattform integriert. Nach dieser Fusion entwickelte sich die Marke zur Phrase Localization Platform, einer umfassenden Suite, die Lokalisierungsmanagement für Software, Übersetzungsworkflow-Automatisierung, Integration mit Entwicklungstools und mehrsprachiges Projektmanagement kombiniert. - Idealer Käufer: digitale Unternehmen (Produkt, App, Web, Marketing), die Integrationen und schnelles Skalieren suchen.
3) RWS Trados
- Erscheinungsjahr und -ort: Trados wurde 1984 als Unternehmen in Stuttgart (Deutschland) gegründet.
- Kurze Geschichte: Trados wurde 1984 in Stuttgart als Unternehmen gegründet, das sich auf computerunterstützte Übersetzungstools (CAT) spezialisiert hat. In den 1990er Jahren und Anfang der 2000er Jahre etablierten sich seine Lösungen, insbesondere Trados Translator’s Workbench und später SDL Trados Studio, als einer der De-facto-Standards in der professionellen Übersetzungsbranche.
Im Jahr 2005 wurde das Unternehmen von SDL, einem britischen Unternehmen für Sprachtechnologien und globales Content-Management, übernommen. Unter SDL entwickelte sich das Trados-Ökosystem erheblich weiter, indem es neue Funktionen für Terminologiemanagement, fortschrittliche Übersetzungsdatenbanken und Werkzeuge für das Sprachprojektmanagement integrierte.
Später, im Jahr 2020, kaufte eine britische Gruppe, die sich auf geistiges Eigentum, Sprachdienstleistungen und Lokalisierungstechnologie spezialisiert hat, namentlich RWS Holdings SDL auf. Nach dieser Übernahme wurde das Portfolio an Sprachtechnologien Teil von RWS, das heute Lösungen wie Trados Studio und Trados Enterprise entwickelt und dabei weit verbreitete CAT-Tools mit Übersetzungsmanagementplattformen für Unternehmen und globale Organisationen kombiniert. - Sitz: RWS hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich.
- Idealer Käufer: professionelle Übersetzer, Sprachteams und Organisationen, die ein weit verbreitetes Ökosystem schätzen.
4) Smartling
- Erscheinungsjahr: 2009
- Sitz: New York (USA) .
- Kurze Geschichte: Smartling wurde 2009 in New York (USA) gegründet, mit dem Ziel, das Übersetzungsmanagement für digitale Unternehmen zu modernisieren. Von Anfang an wurde die Plattform als cloud-basiertes TMS konzipiert, das darauf abzielt, die Lokalisierung von Webinhalten und Anwendungen durch direkte Integrationen mit Content-Management-Systemen und Entwicklungstools zu vereinfachen.
Ein Unterscheidungsmerkmal von Smartling war die frühe Einführung der Übersetzung „im Kontext“, die es Übersetzern ermöglicht, den Text direkt in der Benutzeroberfläche einer Webseite oder Anwendung zu sehen, wodurch Fehler reduziert und die Konsistenz der Benutzererfahrung verbessert werden. Im Laufe der Zeit hat die Plattform ihre Fähigkeiten zur Automatisierung von Lokalisierungsworkflows, zur Verwaltung großer Mengen digitaler Inhalte und zur Integration mit maschinellen Übersetzungsengines und Unternehmenssystemen erweitert und sich als Lösung für Unternehmen positioniert, die global Inhalte in großem Maßstab veröffentlichen. - Idealer Käufer: Unternehmen mit hohem Volumen an Web/App/Hilfen und Integrationen.
5) Lokalise
- Erscheinungsjahr: 2017
- Sitz: Riga (Lettland)
- Kurze Geschichte: Lokalise wurde 2017 von Nick Ustinov und Sergei Egorov gegründet und hat seinen Ursprung in Riga (Lettland). Die Plattform wurde mit dem Ziel gegründet, die Lokalisierung digitaler Produkte für Entwicklungs- und Produktteams zu vereinfachen, die mit agilen Methoden arbeiten. Von Anfang an wurde sie als cloud-basierte Lösung konzipiert, die darauf ausgelegt ist, sich direkt in Entwicklungsworkflows über APIs, Code-Repositories und Projektmanagement-Tools zu integrieren.
- Idealer Käufer: Entwicklungs- und Produktteams, die Lokalisierung in den Release-Zyklus integrieren.
6) Crowdin
- Erscheinungsjahr: 2009
- Sitz: aktuell in Estland
- Kurze Geschichte: Crowdin wurde 2009 von Serhiy Dubovyk gegründet und hat seinen Ursprung in der Ukraine. Die Plattform wurde geschaffen, um die kollaborative Lokalisierung von Software und digitalen Produkten zu erleichtern, insbesondere in Projekten, die die gleichzeitige Beteiligung von Entwicklern, Übersetzern und Benutzergruppen erfordern. Von Anfang an wurde sie als vollständig cloud-basierte Lösung konzipiert, die darauf abzielt, das Übersetzungsmanagement in Entwicklungsumgebungen zu vereinfachen und sich leicht in Code-Repositories und Projektmanagement-Tools zu integrieren.
- Idealer Käufer: Organisationen mit hoher Abhängigkeit von Integrationen und flexibler Zusammenarbeit.
Wie ein TMS in eine professionelle Übersetzungsstrategie passt
Ein TMS gibt Ihnen Struktur; die Qualität kommt, wenn der Prozess gut gestaltet ist und die Sprachressourcen (Translation Memorys, Glossare, Stilrichtlinien) lebendig gehalten werden.
Wenn Ihre Hauptaufgabe die Lokalisierung von Produkten und technischer Dokumentation ist, benötigen Sie ein TMS, das auf Softwareübersetzung spezialisiert ist (Integrationen, Formate, terminologische Konsistenz). Und wenn Ihr Fokus auf internationaler Vermarktung liegt, wird dieÜbersetzung Ihrer Webseite entscheidend sein, um keine Konversionen durch mangelnde sprachliche und kulturelle Anpassung zu verlieren.
In jedem Fall, wenn Sie erwägen, den gesamten Prozess von Anfang bis Ende zu professionalisieren und nach professionellen Übersetzungsstandards zu arbeiten, werden Prozessdesign, Qualitätskontrollen und Spezialisierung den Unterschied ausmachen, wenn das Volumen wächst.
Fazit
Ein TMS geht nicht darum, „die neueste Software“ zu kaufen, sondern darum, ein System zu schaffen: verbundene Inhalte, klare Rollen, sinnvolle Automatisierung und kontrollierte Qualität. Wenn Sie heute Übersetzungen manuell verwalten, kann Ihnen ein TMS Zeit, Konsistenz und Ruhe zurückgeben.
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Er studierte Biowissenschaften an der Universität in Valencia und Übersetzen und Dolmetschen an der Universität in Granada. Heutzutage arbeitet er als Projektmanager, Layouter, Freiberufler und interner Übersetzer. Seit 2002 ist er Gründungspartner von AbroadLink wo er als Leiter Vertrieb und Strategie tätig ist.



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